Die Liebeskugel | Beckenbodentraining und Sextoy zugleich

Liebeskugel

Die Liebeskugel: Beckenbodentraining und Sextoy zugleich

Wer den Begriff „Liebeskugeln“ hört, der denkt zunächst vermutlich an ein reines Sexspielzeug. Vielleicht an „Fifty Shades of Grey“ oder SM-Praktiken. Aber an Gesundheit? Eher weniger. Dabei sind Liebeskugeln seit Jahrhunderten in den unterschiedlichsten Kulturkreisen auch – ja sogar vor allem – eines: ein medizinisches Hilfsmittel. Die Liebeskugeln, auch bekannt als Vaginalkugeln, Lustkugeln oder Liebesperlen, sorgen für ein wirksames Beckenbodentraining und damit für eine gestärkte Beckenbodenmuskulatur. Was das genau bedeutet, welche Vorteile einen trainierten Beckenboden hat – und wie sich die Liebeskugeln auf das Liebesleben auswirken: All dem soll hier auf den Grund gegangen werden.

Inhaltsverzeichnis

Beckenbodentraining mit Liebeskugeln: So geht’s

Liebeskugeln bestehen aus zwei, seltener auch aus drei miteinander verbundenen Kugeln, die heutzutage für gewöhnlich aus schmiegsamem Silikon hergestellt werden. Auf einer Seite sind die Kugeln mit einem Rückholbändchen versehen. Seit einiger Zeit werden auch Kugeln mit einem Vibrationskern produziert. Traditionell befindet sich in der Mitte einer jeden Kugel aber ein Metallkern, der das Gewicht der Liebeskugel erhöht und für ein effektives Training des Beckenbodens sorgt.

Die – selbstverständlich gereinigten – Liebeskugeln werden vaginal eingeführt. Dann muss sich die Frau einfach nur noch bewegen. Durch den Metallkern in den Kugeln werden die Muskeln praktisch zum Arbeiten gezwungen. Die Rotation muss abgefedert, die Kugeln müssen „festgehalten“ werden. Auch ohne den Einsatz von Liebeskugeln können die Muskeln bewusst angespannt werden, die Kugeln erleichtern das Training aber deutlich. Wer Liebeskugeln mehrere Male pro Woche, im Idealfall zweimal täglich, zum bewussten Training einsetzt, der betreibt effektives Beckenbodentraining – und stärkt so die Beckenbodenmuskulatur. Zu Beginn sollten die Kugeln für circa fünfzehn Minuten getragen werden, mit der Zeit kann die Dauer aber auf mehrere Stunden am Stück ausgeweitet werden.

Darum ist die Beckenbodenmuskulatur so wichtig

Das Training des Beckenbodens mit Liebeskugeln ist also denkbar einfach. Aber wieso muss diese Muskelpartie trainiert werden? Was macht sie so wichtig? Und was ist der Beckenboden überhaupt? Der Beckenboden ist eine circa drei Zentimeter dicke Schicht aus Muskeln und Bindegewebe, die den Abschluss des Rumpfes bildet. Die Muskeln im Beckenbodenbereich halten die Organe im Bauch und stabilisieren sie. Sie müssen also einiges an Gewicht stützen.

Außerdem ist eine kontrollierte Entspannung der Beckenbodenmuskulatur in mehreren Fällen notwendig: beim Wasserlassen, Stuhlgang und auch beim Geschlechtsverkehr. Je stabiler die Muskulatur des Beckenbodens ist, desto fester kann außerdem der Vaginaleingang kontrahiert werden. Beim Pilates stellt die Beckenbodenmuskulatur deswegen einen Teil des sogenannten „Powerhouses“ dar. Eine bewusste Festigung dieser Region führt zu einer aufrechten Haltung und fördert einen gesunden Bewegungsablauf.

Liebeskugeln nach einer Schwangerschaft

Dem Beckenboden fällt während der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung zu. Schwangerschaft und Geburt sind eine enorme Belastung für den Beckenboden einer Frau. Die geschwächte Muskulatur kann nach der Geburt zu Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz und in extremen Fällen sogar zu einer Gebärmuttersenkung führen.

Auch ein vermindertes Empfinden beim Geschlechtsverkehr kann eine Folge sein. Selbst lange nach der Geburt leiden viele Frauen an diesen Folgen. Und genau deswegen ist die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur so wichtig – durch ein Training des Beckenbodens kann man vielen Problemen direkt entgegenwirken. Es gibt zwar auch extra Fitnessübungen, mit denen sich der Beckenboden trainieren lässt. Die Verwendung von Liebeskugeln ist aber einfacher – und alltagstauglicher. So können die Liebeskugeln mit ein wenig Übung auch beim Einkaufen oder Spazierengehen verwendet werden und den Beckenboden passiv stärken. Unmittelbar nach und während einer Schwangerschaft sollte unterdessen auf eine Verwendung von Liebeskugeln verzichtet werden.

Liebeskugeln als Sexspielzeug

Liebeskugeln sind perfekt dafür geeignet, den Beckenboden durch unbewusste Bewegungen zu trainieren. Indirekt führt schon das zu einem intensiveren Sexleben, da das Lustempfinden durch die stärkere Kontraktion der Vagina deutlich gesteigert werden kann. So wird der Orgasmus intensiver und auch der Mann spürt mehr beim Sex.

Aber auch ganz unmittelbar sind die kleinen Kugeln eine Bereicherung für das Liebesleben. Schon beim alltäglichen Gebrauch können Liebeskugeln erregen – ob beim Gehen, Treppensteigen oder Autofahren. Jede Bewegung fühlt sich besonders an. Noch aufregender wird es aber mit vibrierenden Kugeln, die ferngesteuert werden können. Diese geniale Erfindung ermöglicht es dem Partner, Wellen der Lust per Knopfdruck auszulösen. Sowohl im heimischen Schlafzimmer als auch unterwegs. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Die verschiedenen Arten von Liebeskugeln

Liebeskugel ist nicht gleich Liebeskugel. Gewicht, Form, Größe, Material: Es gibt die kleinen Kugeln in den verschiedensten Variationen. Die klassische Variante besteht aus zwei Liebeskugeln aus Silikon mit einem Metallkern. Manche Frauen bevorzugen derweil reine Metallkugeln, die gerade für geübte Nutzerinnen von Liebeskugeln ideal geeignet sind. Immer populärer werden indes vibrierende Liebeskugeln. Gerade die ferngesteuerte Variante kann für wilde erotische Abenteuer sorgen. Weniger verbreitet – und vor allem für Expertinnen eine Alternative – sind Liebeskugeln, die aus drei oder sogar vier miteinander verbundenen Kugeln bestehen.

Aber egal, für welches Modell man sich am Ende entscheidet und ob man die kleinen Kugeln primär zum Vergnügen, aus Abenteuerlust oder als medizinisches Hilfsmittel zum Training des Beckenbodens verwendet: Jede Frau sollte Liebeskugeln ihr Eigen nennen.